Schweigeminute findet öffentlich wenig Beachtung

  14.01.2026 Region

Am vergangenen Freitag fand in Martigny die offizielle Trauerfeier für die Todesopfer des Brandes in Crans-Montana statt. Die Glocken erklangen auch in Baar. Einige hielten bei deren Erklingen inne.

mam/red Um 14 Uhr waren in der ganzen Schweiz Kirchenglocken zu hören. Zudem riefen verschiedene Schweizer Organisationen zu einer Schweigeminute auf. Im Weiteren sollten Fahnen auf Halbmast gesetzt werden.

Vereinzelte, öffentliche Beteiligung
Wie ein Augenschein im Baarer Dorfkern ergab, hielten nur wenige Menschen öffentlich zur Schweigeminute inne. Fahnen an öffentlichen und halböffentlichen Körperschaften konnten nicht auf Halbmast gesetzt werden, weil diese noch gar nicht aufgezogen waren. Auch der Verkehr im Bereich der Baarer Kirche St. Martin bewegte sich wie immer südostwärts. Nur fünf Menschen standen mit Blickrichtung zur katholischen Kirche still. Vereinzelte Menschen entlang der Dorfstrasse taten es ihnen gleich. So auch die Gemeindearbeiter, die daran waren, die Weihnachtsdekoration abzubauen. Sie hielten inne und verharrten für einen Moment in Stille.

Am Bahnhof war das Signal eines Zuges zu hören. Denn die SBB-Lokführer hatten die Erlaubnis, um 13.58 Uhr mit der Zugspfeife ihr Gedenken zu bekunden. Auch im Gemeindehaus zeigte eine brennende Kerze die Anteilnahme, dazu ruhte um 14 Uhr die Arbeit.

Glockengeläut ist keine Bundesangelegenheit
Schweigeminuten sind innerhalb der Schweiz nur gewohnheitsrechtlich im Gebrauch. Das Instrument der Staatstrauer hat innerhalb der Schweiz auch keine Tradition, wie das «Echo der Zeit» auf Radio SRF in einem Beitrag zur offiziellen Trauerfeier in Martigny festhielt. Das ist wohl eine Folge des Schweizerischen Föderalismus.

Die moralische und juristische Aufarbeitung der Vorkommnisse in der Neujahrsnacht stehen, wie die Heilung der Verletzten, erst am Anfang.


Grösstes Unfallereignis

Der fatale Brand in Crans-Montana stellt das zweitschlimmste Unfallereignis im Kanton Wallis dar. Noch mehr Todesopfer gab es nur bei einem Gletscherabbruch zuhinterst im Saastal. Bei diesem Ereignis starben am 30. August 1965 88 Menschen. Die Baustelleninfrastruktur hatte die Bauherrschaft damals in der Gefahrenzone errichtet. Dieses Unglück gilt noch heute als das grösste in der Geschichte des Schweizerischen Bundesstaates (seit 1848).


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